Alle 8178 in einer Oktave möglichen Akkorde
"Ich stelle mir den Akkordkatalog gerne als eine Art Naturerscheinung vor - etwas, das latent immer in der normalen chromatischen Tonleiter vorhanden war, und das ich einfach beobachtet habe, viel eher entdeckt als erfunden. Es ist eigentlich keine richtige Komposition, sondern einfach eine Liste."
Tom Johnson, 1985
"Extrem und - so möchte
man annehmen - extrem simpel. Ein kleinerer Geist hätte diese 8178 Akkorde
in einer symphonisch-bedeutsamen oder sonst einer quasi-zufälligen Reihenfolge
angeordnet, aber Johnson geht methodisch vor: Die chromatische Tonleiter aufwärts
von zwei gleichzeitigen Noten über drei, vier, undsoweiter bis dreizehn.
Vor jedem Abschnitt will er uns peinlich genau informieren: "Die 715 Viertonakkorde...
die 1287 Fünftonakkorde...". Sein bescheidenes Versprechen, dass wir
"die Idee des Stücks" innerhalb weniger Minuten verstehen würden,
stimmte eigentlich nicht. Zweitonakkorde waren vorhersehbar langweilig, Dreitonakkorde
kaum besser. Aber vier Töne fingen in diesem entblößten Kontext
an, fast wie funktionale Tonalität zu klingen, fünf Töne klangen
erkennbar üppiger und erinnerten an die Ära, in der Harmonien durch
Nonenakkorde und ähnliche Möglichkeiten angereichert wurden. Beim
Erreichen der Zehntonakkorde wurde die Informationsüberlastung derart stark,
dass Unterschiede kaum mehr wahrnehmbar waren - eine Situation, die an serielle
Musik erinnert. Weit davon entfernt, plumper Minimalismus zu sein, war der Chord
Catalogue eine auf den Punkt gebrachte Nachhilfestunde in Musikgeschichte
und der Relativität von Wahrnehmung."
Kyle Gann, Village Voice, 14. April 1987
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"Another transcendental experience was Tom Johnson's Chord Catalogue, which included all the 8178 chords possible in the octave c - c1, from the two-note chords to the complete cluster. Johnson, who required only one hour for this, is the only pianist who can make his way through the dizzying multiplicity of colors present in the equal-tempered scale. Resonances in the space, and excitations in the ears, caused sheer psychedelic perceptions, that well surpassed the simple combinations game."
[Anmerkung des Übersetzers: Der deutsche Originaltext wird zur Zeit beschafft.]
Matthias Entress, Berliner Morgenpost, 24. November 1998
Die einseitige Partitur ist übrigens gratis
erhältlich (siehe Werkverzeichnis).